Quelle: http://www.handball-world.com/o.red.c/news.php?GID=2&auswahl=7100
23.01.2009 – Bernd-Dieter Herold – dpa
Erst ins kalte Wasser geworfen, jetzt auf der Erfolgswelle schwimmend: Die ehemalige Handball-Nationaltorhüterin Peggy Brandenberger hat den Frauen-Zweitligisten Rostocker HC auf Playoff-Kurs geführt. Zusammen mit Torsten Deil übernahm sie Ende November nach der Entlassung von Oleg Goloub völlig überraschend das Zepter bei den Hansestädterinnen. Nach dem Amtsantritt der fünfmaligen Auswahl-Torhüterin ist der Nordstaffel-Aufsteiger voll durchgestartet und belegt momentan mit 16:8 Punkten einen vor der Saison nie erwarteten dritten Tabellenplatz.
«Torsten und ich vermitteln den jungen Spielerinnen Spaß am Handball. Da sie aufgrund unserer bescheidenen finanziellen Möglichkeiten ohne Aufwandsentschädigung quasi ihrem Hobby nachgehen, sind kämpferischer Einsatz und Trainingsdisziplin umso bemerkenswerter», sagt die 31-Jährige, die in ihrer aktiven Karriere in der Bundesliga für den HC Leipzig, den Frankfurter HC, TV Lützellinden und den PSV Rostock in der Bundesliga spielte: «Bei uns steht eine für die andere ein, fightet bis zum Schluss.»
Eine Demonstration der Rostocker Tugenden mussten zuletzt Greven und Halle über sich ergehen lassen. Erst in den letzten Minuten des Spiels drehten die Mecklenburgerinnen die Partien zu ihren Gunsten. Trotz des momentanen Höhenflugs bleibt Bankkauffrau Brandenberger aber realistisch: «Bis auf Celle und Rosengarten kann jeder jeden schlagen. Wir sind natürlich stolz auf unseren dritten Rang, aber man muss auch sagen, dass das Liga-Niveau im Vergleich zu den Vorjahren gesunken ist. Dadurch wurde es uns bisher leichter als gedacht gemacht.»
Zuletzt spielte Rostock in der der Saison 2005/06 in der höchsten deutschen Frauenliga, ehe zwei Jahre später der Absturz in die Drittklassigkeit folgte. Zusammenhalt und gute Chemie im Team gibt Brandenberger als eines der neuen Erfolgsrezepte aus. Um dies zu festigen, betritt die Trainerin auch ungewöhnliche Wege: Beim Neujahrsempfang mussten die Spielerinnen beispielsweise Stärken und Schwächen ihrer Kolleginnen offenlegen. «Da blieb kein Auge trocken. Auch mit solchen Aktionen kommt man weiter», meint Nachwuchs- Bundestrainerin Ute Lemmel, die zudem Sportliche Leiterin der Rostockerinnen ist.
Einen Schritt nach vorn hat auch Brandenbergers Nachfolgerin im Rostocker Tor, Junioren-Weltmeisterin Antje Lenz, gemacht. «Nach meinem Abschied aus dem Kasten war ich Antjes Torwarttrainerin. Ich versuchte, ihr meine Erfahrung zu vermitteln. Antje ist ehrgeizig, sie macht einen tollen Job und hat durch den Junioren-WM-Titel einen großen Schub bekommen», sagt Brandenberger, die seit 2004 in Rostock lebt.
Einen Platz auf Dauer auf der Trainerbank kann sich Brandenberger aber nicht vorstellen: «Beruflich ist das nicht vereinbar.» Somit stehen die RHC-Verantwortlichem vor schwierigen Aufgaben. Zum einen müssen sie die Nachfolge für die «Übergangslösung Brandenberger und Deil» finden. Zum andern muss der Club seine zahlreichen umworbenen Talente an sich binden, um den Rostocker Frauenhandball weiter auf der Erfolgswelle schwimmen zu lassen.
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Das ist zumindest gute Werbung für den RHC.
Gruß Kai
glahebut schrieb diesen Kommentar (16. März 2009 gegen 22:34 Uhr)
Es stimmt,Antje ist gut,wird besser,die 3 letzten Spiele können nicht der Maßstab sein,man muß ehrlich damit umgehen !